15.02.2023
Auf der Schülerstation können die Schülerinnen und Schüler unseres Bildungszentrums im dritten Lehrjahr selbstständig den Alltag auf unserer interdisziplinären Station planen und erleben. Unter fachlicher Anleitung übernehmen sie eine Woche lang die Leitung.
Schülerstation 2023: Im Pflegealltag ankommen

Die Schülerinnen und Schüler erhalten bei dem Projekt Schülerstation einen geschützten Rahmen, in dem sie den Alltag erproben können.
Bereits zum achten Mal gibt es eine Schülerstation im Hohenloher Krankenhaus, die Erfahrungen waren laut Nicole Pils, Schulleiterin des Bildungszentrums Gesundheit und Pflege Hohenlohe, in der Vergangenheit immer sehr positiv, und daher hat auch die aktuelle Abschlussklasse die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Die angehenden Pflegefachfrauen und -männer stehen kurz vor dem Examen (siehe unten). Das Projekt dient auch der Prüfungsvorbereitung. Die Auszubildenden sind gut betreut, denn Lehrende sowie Praxisanleitende sind die ganze Zeit vor Ort.
Die Auszubildenden sehen sich vor neuen Herausforderungen und sind hochmotiviert, alles richtig zu machen. Vor allem das selbstständige Arbeiten und das Herausfinden der eigenen Grenzen, aber auch der Umgang mit Unvorhergesehenem stehen im Fokus, betont Felix Frese. Der Auszubildende kümmert sich unter anderem um den Dienstplan und weist darauf hin, dass z. B. Krankheitsausfälle und das Bemühen um Ersatz vieles über den Haufen wirft. „Die selbstständige Arbeit ist herausfordernd, aber das Projekt ist super, um zu sehen, ob man für den Berufsalltag vorbereitet ist bzw. wo man noch an sich arbeiten muss.“
Für Lehrerin Eleonora Kress ist es wie für die Auszubildenden auch die erste Schülerstation, bei der sie dabei sein darf. Sie betont die vielen neuen Eindrücke und die Besonderheit des Projekts: „Bei der Schülerstation haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre Aufgaben selbst in die Hand zu nehmen. Und sie werden vor neue Herausforderungen gestellt, denn sie müssen nicht nur die Krankheitsbilder kennen, sondern sich ebenso in der Kommunikation untereinander und mit den Patientinnen und Patienten einfinden.“ Stationsleitung Martina Schmidt hat für das Projekt einen Teil ihrer Station zur Verfügung gestellt. Sie betont dabei: „Es ist spannend zu sehen, wie sich die Schülerinnen und Schüler selbst organisieren und wie sie auch mit Alltagsproblemen wie Krankheitsausfällen umgehen.“ Frau Schmidt und ihr Team kennen sich hier aus und bieten natürlich Hilfestellung bei Fragen.
Die Schülerstation wird zusammen mit dem Praxisanleitenden-Kurs organisiert. Das Praxisprojekt ist in der Weiterbildung integriert und eine gute Möglichkeit, sich für ihre kommenden Aufgaben praktisch vorzubereiten. Antonia Hake ist auch dabei. Eigentlich ist sie im OP beschäftigt, als Praxisanleiterin in Weiterbildung freut sie sich über die Teilnahme an der Schülerstation in einem für sie ungewohnten Bereich: „Ich erhalte einen anderen Blickwinkel durch die Arbeit auf der Station und mit den Schülerinnen und Schülern. Es ist spannend, an der Entwicklung der Azubis zur Selbstständigkeit teilhaben zu können.“
Die Schülerinnen und
Schüler erhalten bei dem Projekt einen geschützten Rahmen, in dem sie den
Alltag erproben können. Da sie in der Vergangenheit
schon im Krankenhaus eingesetzt waren, kennen sie gewisse Abläufe schon. Im
Anschluss an die Schülerstation findet eine umfassende Reflexion statt und dann
die Examensvorbereitung. Nach den Prüfungen können die jetzigen Auszubildenden
als vollständig ausgebildete Pflegefachmänner und -frauen in verschiedenen
Bereichen der Pflege arbeiten. Sie sind der erste Jahrgang, der die neue
generalistische Pflegeausbildung (siehe unten) durchläuft.
Das heißt, dass auch Auszubildende von anderen Trägern, z. B. Langzeitpflege oder ambulante Pflege, an dem Projekt teilnehmen, da sie an unserem Bildungszentrum die theoretische Ausbildung absolvieren. Alle Schüler*innenhaben sich nach kurzer Zeit auf der Station zurechtgefunden und können vom Projekt Schülerstation profitieren. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Arbeit auf Augenhöhe stattfindet und dass die Schüler*innen sich gegenseitig unterstützen.
Generalistische Pflegeausbildung
Seit dem 1.1.2020 gibt es die generalistische
Pflegeausbildung. Das bedeutet: Es gibt keine Trennung mehr in den Ausbildungen
Langzeitpflege, Akutpflege im Krankenhaus und Gesundheits- und
Kinderkrankenpflege. So kann man auch nach der Ausbildung als
Pflegefachfrau/-mann in allen drei Bereichen arbeiten. Der theoretische Teil
der dreijährigen Ausbildung findet an einer Pflegeschule statt, zum Beispiel am
Bildungszentrum Gesundheit und Pflege Hohenlohe in Öhringen. Die praktische Pflegeausbildung absolviert man zu einem Großteil beim
Ausbildungsbetrieb und in weiteren kooperierenden Einrichtungen, zum Beispiel
im ambulanten Pflegedienst, der Psychiatrie, der Langzeitpflege oder der Akutpflege
im Krankenhaus.
Die Generalistik dient u. a. der Gleichstellung aller drei Berufe und damit auch deren Ansehen und führt zu größeren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da die Absolvent*innen in einem vielfältigeren Arbeitsfeld eingesetzt werden können – direkt nach der Ausbildung ohne weitere Qualifikation auf der Kinderstation, im Pflegeheim, in weiteren Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus.
Weiteres zur Schülerstation
Infos zur Auftaktveranstaltung und Vorbereitung finden Sie
hier: https://www.hohenloher-krankenhaus.net/hlkh/aktuelles/meldungen/2023/schuelerstation-auftakt.php


