19.05.2023
Adipositas-Zentrum Hohenlohe bietet Therapie auch für stark übergewichtige Patient*innen an
Erster Magenballon bei extremer Adipositas erfolgreich am Hohenloher Krankenhaus eingesetzt

400 bis 700 ml Flüssigkeit umfasst ein Magenballon. Dieser wird bei Patient*innen mit ausgeprägter morbider (krankhafter) Adipositas (BMI > 60 kg/m2) für eine schnelle Gewichtsreduktion innerhalb eines halben Jahres angewendet. Das Ganze dient der Vorbereitung für eine minimalinvasive Magenoperation im Rahmen der Adipositaschirurgie. Im Hohenloher Krankenhaus wurde nun nach vielen Jahren der erste Magenballon eingesetzt.
Um
langfristig abzunehmen und somit die Gesundheit und Bewegungsfreiheit wieder
aufzubauen, ist eine Magen-Operation für viele von Adipositas betroffene
Menschen die einzige Möglichkeit. „Bei einem Body-Mass-Index
von mehr als 60 kg/m2 ist das Risiko von Komplikationen bei einer
Narkose jedoch deutlich erhöht“, erläutert Prof.
Dr. Frank Wenger (li), Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Unfallchirurgie im Hohenloher
Krankenhaus in Öhringen und Leiter des Adipositas-Zentrums
Hohenlohe. „Daher wird beim sogenannten „Bridging“ den Betroffenen ein
Magenballon eingesetzt, mit dem innerhalb eines halben Jahres eine
Gewichtsreduktion von ca. 20 bis 30 kg erreicht werden kann.“ Eine langfristige
Lösung sei dies jedoch nicht, denn es besteht die Gefahr eines Jojo-Effekts und
damit einer erneuten starken Gewichtzunahme. Parallel zum Magenballon ist eine
Ernährungs- und Bewegungstherapie wichtig und eine Überwachung des Zustandes
durch den behandelnden Arzt.
Vor dem
Einsetzen des Magenballons wird eine Magenspiegelung durchgeführt und geschaut,
ob das Einsetzen eines Magenballons möglich ist. Dr. Detlef Marx (re), Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, ist hierfür zuständig.
Er führt den Magenballon über die Speiseröhre unter Betäubung ein. Dieser wird
dann im Magen mit Flüssigkeit aufgepumpt, um den
Magen zu füllen und somit den Platz für Nahrung einzuschränken. Ein Völlegefühl
tritt dadurch schneller ein. Die Flüssigkeit ist blau gefärbt, um ein
eventuelles Leck erkennen zu können. „Diese Möglichkeit der Gewichtreduktion
ist schnell und effizient, jedoch kann es vor allem kurz nach dem Einsetzen zu Beschwerden
wie Schmerzen und Erbrechen kommen. Daher ist ein anschließender stationärer
Aufenthalt zur Überwachung notwendig“, erklärt Dr. Marx.
Prof. Dr.
Wenger und Dr. Detlef Marx arbeiten in der Zeit vor, während und nach der
Operation interdisziplinär sowohl im Rahmen des
Adipositas-Zentrums Hohenlohe als auch im Bereich der Bauchchirurgie eng zusammen.
Die kurzen Wege und der direkte Kontakt zu den Patient*innen ist den erfahrenen
Fachärzten wichtig. Gemeinsam mit einer Ernährungstherapeutin und einer
Bewegungstherapeutin sind sie Teil des Adipositas-Zentrums am Hohenloher
Krankenhaus. Dieses wird ergänzt durch die Adipositas-Selbsthilfegruppe
„Schwer was drauf“.
Weitere Infos
finden Sie hier: https://www.hohenloher-krankenhaus.net/hlkh/Medizin-Pflege/Fachabteilungen/Chirurgie/Allgemein-Viszeral-und-Gefaesschirurgie/adipositas-chirurgie.php


