21.04.2023

Mehr als 1.000 Geburten pro Jahr

Rate der Kaiserschnitte im Hohenloher Krankenhaus deutlich unter Bundesdurchschnitt

Rate der Kaiserschnitte im Hohenloher Krankenhaus deutlich unter Bundesdurchschnitt

Seit 25 Jahren werden regelmäßig mehr als 1.000 Kinder im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen geboren. Und auch das Jahr 2022 war entsprechend erfolgreich für das Team der Geburtshilfe: 1.014 Kinder kamen mithilfe der Hebammen und Ärzt*innen zur Welt, darunter ein Zwillingspärchen.

Hebammen

„Unsere Geburtshilfe hat sich seit 30 Jahren in der Region etabliert und wir freuen uns sehr über die positiven Rückmeldungen der Eltern, die zum Teil auch schon mehrfach bei uns im Kreißsaal waren“, sagt Chefarzt Dr. Andreas Koch. Das Besondere in der Geburtshilfe in Öhringen: Mehr als 80 % der Babys kommen auf natürlichem Weg zur Welt.

„Die Kaiserschnittrate liegt bei uns schon seit 30 Jahren unter 20 %. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass wir in einem kleinen Krankenhaus mit großer Erfahrung sehr individuell auf die Bedürfnisse der werdenden Mütter eingehen können“, betont der Chefarzt. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Kaiserschnittrate seit Jahren bei über 30 %. Im Jahr 2021 waren in Öhringen nur 16,3 % der Geburten Kaiserschnitte, im Bundesdurchschnitt waren es laut Statistischem Bundesamt 30,9 %. Im Jahr 2022 lag die Rate in Öhringen bei 19,6 % (die bundesdurchschnittlichen Zahlen für 2022 liegen noch nicht vor).

„Ruhe und Erfahrung sind wichtig für die Frauen“, unterstreicht auch Hebammensprecherin Rita Müller. „Sie können hier so sanft wie möglich gebären, dabei mit aller Sicherheit, die es braucht und die sich an den Frauen und Kindern orientiert.“ Das heißt, die Hebammen begleiten die Gebärenden vor, während und nach der Geburt, bei Problemen wird eine Ärztin bzw. ein Arzt hinzugerufen. „Wir sind ein ärztlich geleiteter Kreißsaal. Ausschließlich Fachärzt*innen betreuen die Frauen während der Geburt“, betont Dr. Koch. Das Anästhesie- und OP-Team steht für eventuell nötige Kaiserschnitte rund um die Uhr bereit.

Im Hohenloher Krankenhaus wird großer Wert auf eine individuelle Betreuung der Frauen gelegt, mit dem Ziel, die natürliche Geburt zu unterstützen. Die Hebammen arbeiten im Kreißsaal im 12-Stunden-Schichtsystem, um möglichst wenig Wechsel bei der Betreuung der Frauen zu gewährleisten.

Das erfahrene Team aus neun Ärztinnen und Ärzten und vierzehn Hebammen bespricht mit den werdenden Eltern zusammen, ob ein Kaiserschnitt eventuell nötig ist. Zu unterscheiden sind notfallmäßige und geplante Kaiserschnitte. PD Dr. Roland Csorba, ebenfalls Chefarzt der Abteilung, erklärt: „Gründe für Kaiserschnitte können z. B. sein, dass eine Frau bereits einen Kaiserschnitt hatte und sich erneut für eine Kaiserschnittgeburt entscheidet. Oder es ist schon früh zu erkennen, dass das Kind vermutlich zu groß für das Becken der Mutter ist. Außerdem kann der Geburtsverlauf ins Stocken geraten und wenn das einen Einfluss auf die Herztöne des Kindes hat, kann ebenfalls ein Kaiserschnitt notwendig sein“.

Frühgeburten (vor Ende der 36. Schwangerschaftswoche) sollten in einer Klinik mit angeschlossener Kinderklinik zur Welt kommen. Auch Schwangere mit einem schlecht eingestellten Schwangerschaftsdiabetes sind in einer solchen Klinik gut aufgehoben. Im Hohenloher Krankenhaus ist die Versorgung der Neugeborenen abwechselnd durch die beiden niedergelassenen Kinderärzte Dr. Robert Wagner und Dr. Andreas Baumann gesichert. Sie sind sieben Tage pro Woche 24 Stunden im Bereitschaftsdienst und in Notfällen schnell im Haus. Außerdem kommen sie täglich auf die Wochenstation und führen die Vorsorgeuntersuchung U2 bei den Neugeborenen durch.

Weitere Informationen: Seit April gibt es jeden vierten Montag im Monat um 18:30 Uhr wieder Kreißsaalführungen in Präsenz. Es ist keine Anmeldung notwendig. Jeden zweiten Montag im Monat um 17 Uhr findet die eine digitale Kreißsaalführung per Zoom statt. Hierfür können Sie sich anmelden unter hohenloher-krankenhaus@bbtgruppe.de.