12.04.2023

Die Vorsorge und Behandlung von Darmkrebs im Blick

Vorsorge und Behandlung von Darmkrebs am Hohenloher Krankenhaus

Vorsorge und Behandlung von Darmkrebs am Hohenloher Krankenhaus

Die Vorsorge und Behandlung von Darmkrebs im Blick – das haben im Hohenloher Krankenhaus Prof. Dr. Frank Wenger, Chefarzt der Chirurgie, und Dr. Detlef Marx, Chefarzt der Inneren Abteilung. Im Team sind sie täglich für die Patient*innen da, besprechen Befunde und Behandlungsschritte und führen teilweise auch gemeinsam die Visite durch. Am 20. März 2023 stellten die beiden Chefärzte ihre Abteilungen und Arbeitsweisen bei einem Vortrag für Interessierte im Blauen Saal in Öhringen vor. Dieser war gut besucht und anschließende Fragen machten deutlich, dass das Thema eine hohe Relevanz hat.

Vor allem die Vorsorge bewegte die Zuhörenden. Ab wann sollte man zur Darmkrebs-Vorsorge gehen? In welchem zeitlichen Abstand? Was geschieht bei einem positiven Befund? Diese und weitere Fragen konnten vor Ort geklärt werden. „Darmkrebs ist heilbar, wenn er frühzeitig erkannt wird“, unterstreicht Dr. Detlef Marx. Er rät daher allen Männern und Frauen ab 50 Jahren, regelmäßig alle sieben bis zehn Jahre die Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen und empfiehlt dabei vor allem die Koloskopie (Darmspiegelung). Diese wird unter Betäubung oder Vollnarkose bei einem Facharzt / einer Fachärztin für Gastroenterologie durchgeführt. Betroffene mit Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Menschen mit erblicher Vorbelastung sollten häufiger Untersuchungen wahrnehmen.

„Wir können bei der Koloskopie die Vorstufe von Darmtumoren nicht nur erkennen, sondern auch sofort beseitigen“, so Dr. Marx. Bei größeren Polypen, die Vorstufen von Tumoren sein können, kommt die Chirurgie zum Einsatz. Prof. Dr. Wenger erklärt: „Nach der chirurgischen Entfernung des Darmtumors sowie des angrenzenden Fettgewebes und der versorgenden Gefäße und Lymphknoten bringt eine feingewebliche Untersuchung durch die Pathologie schließlich Klarheit darüber, ob der bösartige Darmtumor bereits Tumorzellen gestreut hat.“ In diesem Falle wird dann eine zusätzliche ambulante Chemotherapie in die Wege geleitet: „Es ist uns als Internist und Chirurg sehr wichtig, dass die gemeinsame Therapie des Darmkrebs für die Patient*innen wie aus einer Hand organisiert ist und dass es klare Ansprechpartner*innen gibt - dafür arbeiten wir auch sehr eng mit den niedergelassenen Gastroenterologen und Hausärzt*innen sowie Expert*innen im Bereich Chemotherapie zusammen.“

Die beiden Chefärzte raten, auf Zeichen des Körpers zu achten wie plötzliche Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, vermehrt Blähungen oder Durchfall sowie Blut im Stuhl. Neben harmlosen Gründen wie Unverträglichkeiten kann auch eine schwere Erkrankung wie Darmkrebs dahinterstecken – also sollten diese Symptome medizinisch abgeklärt werden. Selbstmedikation und abzuwarten kann dann auf Dauer keine Lösung sein. Vorbeugend empfehlen Dr. Marx und Prof. Dr. Wenger täglich 30 bis 60 Minuten körperliche Aktivität, eine Reduktion von Übergewicht, Verzicht auf Rauchen und Alkoholkonsum, zudem eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit wenig rotem Fleisch sowie viel Obst und Gemüse.

Fakten zum Thema Darmkrebs:
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen und betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Zirka 60.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu. Auch wenn diese Zahl noch immer erschreckend hoch ist: Die Rate der Neuerkrankungen geht langsam zurück. Hier macht sich unter anderem die Vorsorge-Darmspiegelung positiv bemerkbar. Die Überlebenschancen sind bei der richtigen Behandlung sehr gut.