13.12.2023
Ein Jahr Adipositas-Zentrum Hohenlohe – Mehr als 50 Adipositas Operation erfolgreich durchgeführt – Multimodales Konzept
Ausweg aus dem Jojo-Effekt in ein leichteres Leben
Vor einem Jahr wurde am Hohenloher Krankenhaus Öhringen das Adipositas-Zentrum zur umfassenden Therapie von Menschen mit krankhaftem Übergewicht gegründet. Inzwischen konnten mehr als 50 Patientinnen und Patienten operiert und in das Programm aufgenommen werden.
Vor
einem Jahr wurde am Hohenloher Krankenhaus Öhringen das Adipositas-Zentrum zur
umfassenden Therapie von Menschen mit krankhaftem Übergewicht gegründet.
Inzwischen konnten mehr als 50 Patientinnen und Patienten operiert und in das
Programm aufgenommen werden.
Immer mehr Menschen leiden an krankhaftem Übergewicht
(morbide Adipositas), die häufig auftretenden Folgeerkrankungen (Diabetes,
Bluthochdruck, Depressionen und orthopädische Probleme) führen oft zu weiteren
Belastungen der Betroffenen und zu Einschränkungen der Lebensqualität. „Viele
übergewichtige Menschen haben bereits eine lange Leidensgeschichte mit
zahlreichen Diäten hinter sich, die jedoch häufig nur zu einem kurzzeitigen
Gewichtsverlust mit anschließendem „Jojo-‚Effekt“ in Form eines höheren
Gewichtsanstiegs führt“, beschreibt der Leiter des Adipositas-Zentrums Prof. Dr.
Frank Axel Wenger die Situation der Betroffenen. „Viele Patienten glauben, dass
es sich bei der Adipositas um ein auswegloses Problem handelt und versuchen
sich mit den Einschränkungen und zusätzlichen Erkrankungen zu arrangieren. Hier
biete die Adipositaschirurgie bei krankhaftem Übergewicht einen Ausweg in ein
„leichteres Leben“ und ermögliche zugleich Heilung bei Diabetes,
Bluthochdruck und den übrigen o.g.
Folgeerkrankungen.
Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2022 im Hohenloher
Krankenhaus das Adipositas-Zentrum Hohenlohe unter der Leitung von Prof. Dr.
Frank Axel Wenger gegründet, der auch als Chefarzt die Abteilung für
Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Unfallchirurgie führt. „Unser Adipositas-Zentrum
behandelt betroffene Patienten nach dem von den Krankenversicherungen
empfohlenen multimodalen Konzept, welches eine Ernährungsumstellung, eine
Bewegungstherapie und die Adipositas-Chirurgie beinhaltet.“ Diese
Voraussetzungen werden im Adipositas-Zentrum Hohenlohe durch die Praxis für
Ernährungstherapie von Andrea Häusele, das Vitals-Gesundheitszentrum als
Bewegungszentrum (Petra. Bremm) und die Abteilung für Adipositas-Chirurgie
(Chefarzt Prof. Dr. F. Wenger) des Hohenloher Krankenhauses erfüllt.
Betroffene Patienten stellen sich zunächst mit einer
hausärztlichen Überweisung in der Adipositas-Sprechstunde von Prof. Dr. Wenger
vor und werden ausgiebig über das multimodale Behandlungskonzept informiert.
Patienten mit einem BMI (Body Mass Index) > 40 kg/m2 (bzw. bei zusätzlichem
Diabetes > 35 kg/m2) erhalten dann zunächst für sechs Monate eine
Ernährungs- und Bewegungstherapie. „Sollte es hierunter zu keinem nachhaltigen
Gewichtsverlust kommen, beantragen wir bei der Krankenversicherung die Kostenübernahme
für eine Schlauchmagen-Operation oder einen Magenbypass“, erläutert Prof. Dr.
Wenger den Ablauf. „Wenn die Genehmigung vorliegt, führen wir im Hohenloher
Krankenhaus die minimal-invasive laparoskopische Magenoperation durch. Dabei
wird jener Anteil des Magens entfernt, in dem das Hungerhormon Ghrelin
produziert wird. Die Magenoperation führt dazu, dass das gesteigerte
Hungergefühl der Patienten nicht mehr vorhanden ist und demzufolge die
Nahrungsmenge reduziert werden kann.“ Die
Patienten verlassen in der Regel drei Tage nach der Operation die Klinik. „Auch nach Operation werden die Patienten von
unserem Team weiter intensiv betreut, um den Erfolg der Operation und die
Gewichtsreduktion dauerhaft zu sichern“, so der Facharzt für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie,
Unfall- und Wiederherstellungschirurgie.
Zwei Jahre lang kommen die Patienten kontinuierlich in die Adipositas-Sprechstunde
des Hohenloher Krankenhauses und erhalten außerdem weitere Ernährungsberatungen.
Ergänzt wird dies durch regelmäßige Bewegungstherapie und wöchentlich mehrmals
Sport. Nach zwei Jahren sind dann plastische Operationen bei „überschüssiger“
Haut (z.B. Fettschürze) im Adipositas-Zentrums Hohenlohe möglich, deren Kosten
in der Regel ebenfalls durch die Krankenversicherungen getragen werden. Ergänzt
wird das Angebot des Adipositas-Zentrums Hohenlohe durch die
Adipositas-Selbsthilfegruppe „Schwer was drauf“, die von Tanja Kison geleitet
wird.
„Wir freuen uns über die gute Resonanz bei den Patienten
mit krankhafter Adipositas“, zieht Prof. Dr. Wenger eine erste Zwischenbilanz
für das Adipositas-Zentrum Hohenlohe. „Bereits im Oktober 2023 haben wir die
50. Adipositas-Operation des laufenden Jahres durchgeführt – weitere
Adipositas-Operationen sind bis zum Jahresende geplant.“
Neben dem erfahrenen Adipositas-Chirurgen Prof. Dr. Wenger profitiert
das Adipositas-Zentrum am Hohenloher Krankenhaus außerdem von der Kompetenz des Gastroenterologen
Dr. Detlef Marx, der vor der Operation mittels einer Magenspiegelung sicherstellt,
dass keine Entzündungen der Magenschleimhaut vorliegen. Sollte dies der Fall
sein, so erfolgt eine kurzzeitige medikamentöse Therapie vor der
Adipositas-Operation.
Zudem wurde zukunftsorientiert Anfang 2023 in zwei neue
hochmoderne Laparoskopie-Einheiten in zwei Operationssälen des Hohenloher
Krankenhaus investiert, die durch eine 4K-Technik für eine hochauslösende
Bildqualität bei der minimal invasiven laparoskopischen Magenoperation sorgen. „Wir
freuen uns somit, dass mit dem neu gegründeten Adipositas-Zentrum sowohl
zukunftsträchtige hochmoderne „Software“ in Form des multimodalen Konzeptes für
Adipositas-Chirurgie als auch hochmoderne technische „Hardware“ vorhanden sind“,
so Prof. Dr. Wenger.
Mehr Informationen und Anmeldung unter www.hohenloher-krankenhaus.net/adipositas
oder unter
Tel.: 07941-692-330 (Sekretariat Adipositas-Zentrum, Frau
Stamp).


