14.10.2022
Chefarzt Jan Dieterich informierte am 13. Oktober im Blauen Saal über schonende Operationsverfahren und verschiedene Therapiemöglichkeiten bei Hüftschmerzen
Hüftschmerz, Arthrose, künstliches Hüftgelenk?

„Schmerzen in der Leiste mit Ausstrahlung in den Oberschenkel, Anlaufschmerzen beim Aufstehen, Schmerzen beim Treppensteigen oder Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen ins Auto sind oftmals Zeichen für eine Coxarthrose – ein geschädigtes Hüftgelenk durch Abnutzung des Gelenkknorpels“, beschrieb Jan Dieterich die Symptome. Die Hüftgelenke seien im Laufe des Lebens enormen Belastungen ausgesetzt. „Solange genügend Knorpelmasse zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne vorhanden ist, lässt sich das Gelenk schmerzfrei bewegen. Bei einer Arthrose jedoch kommt es zu einem Knorpelabrieb: Der Gelenkspalt verengt sich, bis im Endstadium Knochen auf Knochen reibt, was zu heftigen Schmerzen führen kann.“
Beim Erstbesuch in der Sprechstunde werden vor allem das Ausmaß und die Dauer der Schmerzen, die Bewegungseinschränkung und der Leidensdruck der Patient*innen besprochen. Passen Beschwerdebild und Röntgenbefund zueinander, so besteht die Möglichkeit, mit einer Operation in Form eines künstlichen Hüftgelenks zu helfen und so die Lebensqualität wieder zu verbessern.
In seinem Vortrag stellte Chefarzt Jan Dieterich das sog. minimalinvasive Operationsverfahren der AMIS-Methode bzw. des direkten vorderen Zugangs (DAA) vor: Dabei werden während des Eingriffs keine muskulären Strukturen verletzt. „Das minimiert den Blutverlust während der Operation und hält die Schmerzen nach der Operation in Schach. Die Patient*innen brauchen entsprechend weniger Schmerzmittel, erholen sich schneller von der Operation und sind früher und besser mobilisierbar“, so der erfahrene Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Das künstliche Gelenk sei sofort nach der Operation voll belastbar.

„Die
ersten Gehversuche können – unterstützt durch erfahrene Physiotherapeut*innen –
in der Regel noch am Tag der Operation erfolgen“, betont Chefarzt Jan Dieterich.
Das Treppensteigen werde schon am zweiten Tag geübt. Dadurch bedingt sind die
Patient*innen in den meisten Fällen nach drei bis vier Tagen fit für die
Entlassung – ein stationärer Reha-Aufenthalt im Anschluss an die stationäre
Behandlung wird empfohlen, um eine weitere Genesung und die rasche Rückkehr in
Alltag zu unterstützen. Manchmal sei aber auch eine ambulante Reha-Maßnahme
ausreichend – hier werden die Patient*innen aktiv in die Planung mit
einbezogen.
Pro
Jahr werden in Deutschland mehr als 180.000 Hüftgelenke durch Prothesen ersetzt.
Mit sehr guten Langzeitergebnissen ist der künstliche Gelenkersatz die
erfolgreichste Operation des 20. Jahrhunderts. Ein künstliches Hüftgelenk hat
eine statistische Haltbarkeitszeit von 15 bis 20 Jahren. Man könne die
Statistik aber auch anschaulicher bemühen: Nach 20 Jahren sind noch immer 80 %
der Gelenke gut funktionsfähig.
Mehr
Informationen:
Hohenloher
Krankenhaus
Abteilung
für Orthopädie und Endoprothetik
Chefarzt
Jan Dieterich
Terminvereinbarung unter: 07941/692-209
https://www.hohenloher-krankenhaus.net/hlkh/Medizin-Pflege/Fachabteilungen/Orthopaedie/


