25.04.2022
Chefarzt Jan Dieterich informierte am 20. April im Blauen Saal über schonende Operationsverfahren
Künstliches Hüftgelenk – die erfolgreichste Operation des 20. Jahrhunderts
Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 180.000 Hüftgelenke durch Prothesen ersetzt. Mit sehr guten Langzeitergebnissen ist der künstliche Gelenkersatz die erfolgreichste Operation des 20. Jahrhunderts. Bei seinem Vortrag zum Thema „Hüftschmerz – Arthrose? Neues Hüftgelenk?“ am 20. April im Blauen Saal in Öhringen informierte Jan Dieterich, Chefarzt für Orthopädie und Endoprothetik am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen ausführlich über verschiedene Therapiemöglichkeiten bei Hüftschmerzen. Im Anschluss an den Vortrag wurden die die Fragen der zahlreichen Zuhörer*innen ausführlich beantwortet.
„Schmerzen
in der Leiste mit Ausstrahlung in den Oberschenkel, Anlaufschmerzen beim Aufstehen, Schmerzen beim Treppensteigen
oder Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen ins Auto sind oftmals Zeichen für
eine Coxarthrose – ein geschädigtes Hüftgelenk durch Abnutzung des
Gelenkknorpels“, beschrieb Jan Dieterich die Symptome. Die Hüftgelenke seien im
Laufe des Lebens enormen Belastungen ausgesetzt. „Solange genügend Knorpelmasse
zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne vorhanden ist, lässt sich das Gelenk
schmerzfrei bewegen. Bei einer Arthrose jedoch kommt es zu einem
Knorpelabrieb: Der Gelenkspalt verengt sich, bis im Endstadium Knochen auf
Knochen reibt, was zu heftigen Schmerzen führen kann.“
Beim
Erstbesuch in der Sprechstunde werden vor allem das Ausmaß und die Dauer der
Schmerzen, die Bewegungseinschränkung und der Leidensdruck der Patient*innen besprochen.
Passen Beschwerdebild und Röntgenbefund zueinander, so besteht die Möglichkeit,
mit einer Operation in Form eines künstlichen Hüftgelenks zu helfen und so die
Lebensqualität wieder zu verbessern. Ein künstliches Hüftgelenk hat eine statistische
Haltbarkeitszeit von 15 bis 20 Jahren. Man könne die Statistik aber auch
anschaulicher bemühen: Nach 20 Jahren sind noch immer 80 % der Gelenke gut funktionsfähig.
In
seinem Vortrag stellte Chefarzt Jan Dieterich das sog. minimalinvasive
Operationsverfahren der AMIS-Methode bzw. des direkten vorderen Zugangs (DAA)
vor: Dabei werden während des Eingriffs keine
muskulären Strukturen verletzt. „Das minimiert den Blutverlust während der
Operation und hält die Schmerzen nach der Operation in Schach. Die Patienten
brauchen entsprechend weniger Schmerzmittel, erholen sich schneller von der
Operation und sind früher und besser mobilisierbar“, so der erfahrene Facharzt
für Orthopädie und Unfallchirurgie. Das künstliche Gelenk sei sofort nach der
Operation voll belastbar. „Die ersten Gehversuche können – unterstützt durch
erfahrene Physiotherapeut*innen – in der Regel noch am Tag der Operation erfolgen“,
betont Chefarzt Jan Dieterich. Das Treppensteigen werde schon am zweiten Tag
geübt. Dadurch bedingt sind die Patient*innen in den meisten Fällen nach drei
bis vier Tagen fit für die Entlassung – ein stationärer Reha-Aufenthalt im
Anschluss an die stationäre Behandlung wird empfohlen, um eine weitere Genesung
und die rasche Rückkehr in Alltag zu unterstützen. Manchmal sei aber auch eine
ambulante Reha-Maßnahme ausreichend – hier werden die Patient*innen aktiv in
die Planung mit einbezogen.


