05.12.2022

Schonende Operationsverfahren

Therapie bei gynäkologischen Erkrankungen

Therapie bei gynäkologischen Erkrankungen

Myome, Zysten und Endometriose, ebenso auch gynäkologische Krebserkrankungen sind in vielen Fällen gut zu behandeln, wenn sie rechtzeitig entdeckt werden. Zu Diagnose und Therapie referierte Privatdozent Dr. Roland Csorba, Chefarzt der Gynäkologie am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen, am 22. November im Blauen Saal in Öhringen.

Zu Beginn seines Vortrages stellte er die minimalinvasive Operationsmethode, die sogenannte Schlüsselloch-Operation vor. Bei dieser ist es möglich, durch wenige kleine Hautschnitte Untersuchungen und Behandlungen durchzuführen. Ein Verletzungsrisiko ist dadurch geringer, ebenso wie Risiken einer Infektion bei der Operation und es erfolgt eine schnellere Genesung als bei einer nicht minimalinvasiven Operation. Aber auch die klassische Chirurgie kommt noch zum Einsatz, z. B. bei größeren Tumoren, wenn umliegende Organe oder Gewebeteile betroffen sind und bei Metastasen, ebenso bei Notfalloperationen.

PD Dr. Csorba stellte zudem mehrere Untersuchungsmethoden vor, die zur Diagnose von gynäkologischen Erkrankungen eingesetzt werden. Unter anderem die Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung). „Bei Blutungen nach der Menopause, unerfülltem Kinderwunsch, Myomen etc. ist angeraten, eine Gebärmutterspiegelung in Anspruch zu nehmen“, sagt PD Dr. Csorba. Eine weitere Untersuchungsmethode ist die sog. Laparoskopie (Bauchspiegelung), hierbei kann z. B. Endometriose oder eine Ovarialzyste (Zyste am Eierstock) erkannt werden; ein Symptom, das es hierbei abzuklären gilt, sind unklare Unterbauchschmerzen.

Myome sind Wucherungen, die in der Muskelschicht der Gebärmutter auftreten und gutartig sind. Oftmals ist das Auftreten erblich bedingt, außerdem sind diese bei Frauen, die Kinder geboren haben, seltener. Sie sind häufig asymptomatisch. Sollte es jedoch zu Beschwerden kommen wie Druck auf Blase und Darm, unerfülltem Kinderwunsch, Blutungsstörungen oder Unterbauchschmerzen, sollte eine Operation erfolgen. Eine Beobachtung der Myome ist ebenfalls anzuraten, da auch bei schnellem Wachstum operiert werden sollte.

Gegen Ende seines Vortrages ging PD Dr. Csorba auf das Thema Endometriose ein. Eine Krankheit, von der viele Frauen oft unwissentlich betroffen sind, und deren Diagnose oft erst nach Jahren feststeht. Denn Endometriose hat sehr viele Symptome, die teilweise auch schwer in Einklang miteinander zu bringen sind. Darunter zählen starke Monatsblutungen, Bauch- und Rückenschmerzen, Schmerzen beim Urinieren, Erschöpfung, Migräne, Allergien, Autoimmunerkrankungen sowie Schmerzen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr, auch Unfruchtbarkeit kann ein Symptom sein. „Die betroffenen Mädchen und Frauen haben gutartige, meist schmerzhafte Wucherungen aus gebärmutterschleimhautartigem Gewebe, das außerhalb der Gebärmutterhöhle meist in benachbarten Organen und Geweben wächst“, weiß PD Dr. Csorba. Eine Ursache ist bis heute nicht bekannt. Je nach Symptomatik und Schwere der Erkrankung gibt es die Möglichkeit, eine medikamentöse Therapie zu erhalten, bei Kinderwunsch und starken Schmerzen aber ist eine Operation notwendig, bei der die Wucherungen entfernt werden.

Der Chefarzt rät allen Frauen dazu, regelmäßig zu Voruntersuchungen bei Ihrem Gynäkologen / Ihrer Gynäkologin zu gehen und bei Beschwerden auch nicht zu zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn Erkrankungen frühzeitig entdeckt werden, können sie in vielen Fällen besser und schneller therapiert werden.