18.03.2022

Trainieren fürs echte Berufsleben: Schülerstation 2022

Trainieren fürs echte Berufsleben: Schülerstation 2022

Eine Woche lang übernehmen die Pflegeazubis aus dem dritten Lehrjahr das Ruder auf einem Teil der interdisziplinären Station im zweiten Stock des Hohenloher Krankenhauses. Auf der Schülerstation können sie in dieser Zeit selbstständig den Alltag auf der Station planen und erleben – natürlich unter fachlicher Anleitung.

Bereits zum sechsten Mal gibt es eine Schülerstation im Hohenloher Krankenhaus, die Erfahrungen waren laut Nicole Pils, Schulleiterin des Bildungszentrums Gesundheit und Pflege Hohenlohe, in der Vergangenheit immer sehr positiv, und daher hat auch die aktuelle Abschlussklasse die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger stehen kurz vor dem Examen. „Bei der Schülerstation erfahren die Pflegeazubis, worauf es wirklich ankommt: selbstständig Entscheidungen zu treffen und das Wissen richtig einzubringen“, sagt Nicole Pils. „Somit ist das Projekt eine gute Vorbereitung für die kommenden Prüfungen.“ Die Schülerinnen und Schüler sind die ganze Zeit über gut betreut. Denn Lehrerinnen und Lehrer sowie Praxisanleiterinnen und -anleiter sind die ganze Zeit vor Ort.

Auf der Schülerstation gibt es neben der Betreuung der Patientinnen und Patienten für die Azubis viel zu tun: Sie haben eine Stationsleitung gewählt, einen Dienstplan erstellt, einen Info-Flyer verteilt und auch Auswertungsbogen für Patientinnen und Patienten vorbereitet. Letzterer ist ein wichtiger Baustein für den Abschluss. „Nach der Woche auf der Schülerstation sprechen wir alles noch einmal durch und widmen uns ausgiebig einer guten Reflexion“, sagt Nicole Pils.
Simon Lutz, Hale-Nur Sertel und Ilda Krrashi sind drei der Azubis und sie betonen unisono: „Wir sind froh über die Erfahrung, dass wir selbstständig arbeiten können und trotzdem bei Fragen immer jemanden an unserer Seite haben.“ Vor allem das Thema Zeitmanagement sei zentral für die Azubis, die als Team gemeinsam ihren eigenen Weg finden müssen. Positive Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten sowie deren Dankbarkeit und Unterstützung motivieren die Azubis. Lehrerin Karolina Künholz betont: „Anfangs hatten die Schülerinnen und Schüler organisatorische Schwierigkeiten. Diese haben sie aber innerhalb kurzer Zeit selbst gelöst und schon nach kurzer Zeit lief es richtig gut.“

Die Schülerstation wird zusammen mit dem Praxisanleiterkurs organisiert. Das Praxisprojekt ist in der Weiterbildung integriert und eine gute Möglichkeit, sich für ihre kommenden Aufgaben praktisch vorzubereiten. „Wir bieten unseren Schülerinnen und Schülern einen geschützten Rahmen, in dem sie sich ausprobieren können“, sagt Tobias Wagner, stellvertretender Schulleiter. „Da die Schülerinnen und Schüler in der Vergangenheit schon im Krankenhaus alle Stationen durchlaufen haben, sind sie natürlich schon gut mit der Arbeit vertraut.“ Im Anschluss an die Schülerstation beginnt die Examensvorbereitung und dann können die jetzigen Azubis als vollständig ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger wirklich selbstständig auf einer Station arbeiten.