03.11.2021
Therapie und Vorsorge
Herzinfarkt im Hohenlohekreis

Am 21. Oktober informierte Dr. Michael Ackermann, Chefarzt der Abteilung Innere II am Hohenloher Krankenhaus in Öhringen, über Behandlungsmöglichkeiten bei einem akuten Herzinfarkt sowie über die Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit – und wie man diese positiv beeinflussen kann. Dr. Ackermann verwies dabei auch auf das Herzkatheterlabor im Hohenloher Krankenhaus, welches seit einem Jahr in Betrieb ist. Es wurde für die Behandlung von akuten Infarkten als auch für die Diagnostik der Koronaren Herzkrankheit eingerichtet.
Der akute Herzinfarkt
Die Ursache eines Herzinfarktes ist der plötzliche
Verschluss einer Herzkranzarterie. Der Herzmuskel kann dann über dieses Gefäß
nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. In
der Herzkatheteruntersuchung werden die Kranzarterien mit Kontrastmittel
sichtbar gemacht und die Engstellen bzw. Verschlüsse dargestellt. „Im Herzkatheterlabor
können wir die bei einem akuten Infarkt verschlossenen Gefäße mithilfe eines
kleinen Ballons wieder eröffnen. Dabei setzen wir in der Regel Stents ein,
kleine Gefäßstützen aus Metall, die das Gefäß offen halten. Die Patienten
spüren sofort eine Erleichterung“, erklärte Dr. Ackermann.
Vorsorge
„Unser Ziel als Kardiologen ist es jedoch, diese Patienten
bereits im Vorfeld zu erkennen und zu behandeln, so dass es gar nicht zu diesem
lebensbedrohlichen Notfall kommt“, so der Facharzt für Innere Medizin und
Kardiologie. Bei der Koronaren Herzkrankheit bilden sich im Laufe der Zeit
Ablagerungen (Plaques), welche die Herzkranzgefäße verengen und die
Durchblutung des Herzens behindern. Zirka 2,5 Millionen Frauen und 3,5
Millionen Männer leiden allein in Deutschland an dieser Krankheit. „Symptome
wie Herzschmerzen oder ein Engegefühl bei Belastung sowie Herzrhythmusstörungen
können Hinweise auf das Vorliegen einer Koronaren Herzkrankheit sein“, so Dr.
Ackermann.
Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit, auf die man
keinen Einfluss hat, sind das Geschlecht – Männer sind häufiger betroffen –
sowie eine erbliche Veranlagung. Andere Risikofaktoren wie Bewegungsmangel,
Bluthochdruck, zu hohes Gewicht und Rauchen hingegen können beeinflusst werden.
„Bewegung ist das Beste, was man für seine Gesundheit tun kann“, betont Dr.
Ackermann. Zudem empfiehlt er eine ausgewogene, mediterrane Ernährung, bei
Übergewicht eine Gewichtreduktion sowie Nikotinverzicht. Patientinnen und
Patienten mit Beschwerden oder diagnostizierter Koronarer Herzkrankheit sollten
außerdem regelmäßig beim Hausarzt oder Kardiologen untersucht werden, hierdurch
lässt sich ein Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig erkennen.

Diagnostik
Verschiedene Untersuchungsmethoden können Hinweise auf das
Vorliegen einer Koronaren Herzerkrankung geben. Dazu zählen z. B. das
Belastungs-EKG oder eine Stress-Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des
Herzens unter Belastung). Bei dieser wird die Herzfunktion unter Stress mit der
Funktion in Ruhe verglichen, hierdurch können relevante Engstellen der
Herzkranzarterien diagnostiziert werden. Je nach Beschwerden und Befunden
können auch weitere Untersuchungen, z. B. eine Kernspintomographie oder eine
Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden. Dr. Ackermann: „Im Hohenloher
Krankenhaus können wir die komplette Diagnostik anbieten und individuell auf
die Patientinnen und Patienten abstimmen.“
Ankündigung: Weiterer Vortrag im Rahmen der Herzwochen am 10.11.2021 um 19:30 Uhr im Blauen Saal zum Thema Bluthochdruck. Vortragende: Dr. Ackermann, Dr. Gerst und Dr. Baier. Verbindliche Anmeldung per E-Mail an: hohenloher-krankenhaus@bbtgruppe.de.


