30.04.2019
Schonende OP bei Hüftschmerzen

In seinem Vortrag zum Thema „Hüftschmerz – Arthrose? Neues Hüftgelenk?“ informierte der neue Chefarzt für Orthopädie und Endoprothetik am Hohenloher Krankenhaus Jan Dieterich in Öhringen über Hüftschmerzen und einer damit verbundenen Operation. Ausführlich wurden die Fragen der vielen interessierten Besucher beantwortet.
"Schmerzen in der Leiste mit Ausstrahlung in den oberen Oberschenkel, oft auch bis ins Gesäß, ein "Anlaufschmerz" beim Aufstehen, Schmerzen beim Treppensteigen oder Bergabgehen sind oftmals Zeichen für eine Coxarthrose - ein geschädigtes Hüftgelenk durch Abnutzung des Gelenkknorpels", beschrieb Jan Dieterich die Symptome. Die Hüftgelenke seien im Laufe des Lebens enormen Belastungen ausgesetzt. "Solange genügend Knorpelmasse zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne vorhanden ist, lässt sich das Gelenk schmerzfrei bewegen. Bei einer Arthrose jedoch kommt es zu einem Knorpelabrieb: Der Gelenkspalt verengt sich, bis im Endstadium Knochen auf Knochen reibt, was zu heftigen Schmerzen führen kann."
Ausführliche Beratung in der Sprechstunde
Beim
Erstbesuch in der Sprechstunde werden vor allem das Ausmaß und die Dauer der
Schmerzen, die Bewegungseinschränkung und der Leidensdruck des Patienten
besprochen. Passen Beschwerdebild und Röntgenbefund zueinander, so besteht
die Möglichkeit, dem Patienten mit einer
Operation in Form eines künstlichen Hüftgelenks zu helfen. Pro
Jahr werden in Deutschland mehr als 180.000 Hüftgelenke durch Prothesen
ersetzt. Mit sehr guten Langzeitergebnissen ist der künstliche Gelenkersatz die
erfolgreichste orthopädische Operation des 20. Jahrhunderts.
Jan Dieterich mit große Erfahrung in der Endoprothetik
Der
versierte Operateur Jan Dieterich blickt neben anderen Auslandsaufenthalten auf
eine fast 10jährige klinische Erfahrung in Österreich zurück, in der er
jährlich ca. 300 künstliche Hüft- und Kniegelenke operiert hat. Der Facharzt
für Orthopädie und Unfallchirurgie baut seit Anfang April die neue Abteilung für
Orthopädie und Endoprothetik am Krankenhaus Öhringen auf, sein vorhandenes Team
wird entsprechend ausgebildet und geschult.
Minimalinvasive Operationsverfahren schonen Patienten
Durch
die von ihm bevorzugte minimalinvasive Operationstechnik werden weniger muskuläre
und sonstige Weichteil-Strukturen verletzt, was den Blutverlust während der
Operation minimiert und die Schmerzen nach der Operation in Schach hält. Das
künstliche Gelenk ist sofort nach der Operation voll belastbar und die Mobilisierung
kann - unterstützt durch erfahrene
Physiotherapeuten - noch am Tag der Operation
erfolgen. Dadurch bedingt sind die Patienten in den meisten Fällen nach
3 - 5 Tagen wieder fit für die Entlassung - ein Reha-Aufenthalt im Anschluss an
die stationäre Behandlung wird empfohlen.
Haltbarkeit eines Hüftgelenks im Schnit bei 15 bis 20 Jahren
Ein
künstliches Hüftgelenk hat eine Haltbarkeitszeit von 15 - 20 Jahren.
Laut Statistik sind nach 25 Jahren immer noch 75 % der Gelenke
funktionsfähig. Hierbei ist zu beachten, dass dies rein statistische Angaben sind,
die sich natürlich auch auf künstliche Gelenke wesentlich älteren Datums stützen. Die Erwartungen an
die "Haltbarkeit" eines modernen Hüftgelenks von heute seien eher noch länger.



