01.04.2019
Hohenloher Krankenhaus als "Stroke Unit" zertifiziert
Das Hohenloher Krankenhaus Öhringen ist jetzt für die gute Behandlung und Versorgung von Schlaganfallpatienten als „lokale Stroke Unit“ zertifiziert worden. Damit zeichnet die „Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen Baden-Württemberg e.V.“ nach einer intensiven Prüfung Kliniken aus, welche die strengen Qualitätskriterien der Fachgesellschaft erfüllen.
"Wir freuen uns sehr
über diese Auszeichnung, denn damit wird die hohe Qualität der
Schlaganfallbehandlung bei uns in Hohenlohe von den externen Fachprüfern
bestätigt", betont Dr. Michael Ackermann, Leiter der Stroke-Unit und Chefarzt
der Inneren Medizin II im Hohenloher Krankenhaus.
Mehr als 300 Patienten auf der Stroke Unit behandelt
"Auf der
Stroke-Unit betreuen Ärzte, Therapeuten und speziell geschultes Pflegepersonal
Patienten in der Akutphase des Schlaganfalls, letztes Jahr wurden mehr als 300
Schlaganfallpatienten behandelt", erläutert der Facharzt für Innere Medizin und
Kardiologie. "Unser
Vorteil im Krankenhaus Öhringen sind die kurzen Wege und die gute technische
Ausstattung für Diagnostik und Therapie", unterstreicht Dr. Ackermann. Die
Patienten kommen von der Notaufnahme direkt in die angeschlossene Radiologie-Praxis
im Haus. Hier sind rund um die Uhr Computertomographien und CT-Angiographien
der Hirngefäße möglich, die über die weitere Behandlung entscheiden. Die
Patienten werden danach unmittelbar auf die Stroke Unit gebracht. "Bei rund 80
% der Schlaganfälle sind Durchblutungsstörungen im Gehirn der Auslöser. Bei geeigneten Patienten beginnen wir
so früh wie möglich mit einer "Lyse-Therapie", so der Chefarzt. "Dabei werden
Blutgerinnsel, die Gefäße im Gehirn verschließen, mit Hilfe von Medikamenten
aufgelöst und das Gehirn wird wieder durchblutet. Denn je schneller die
Durchblutung wieder normalisiert ist, desto geringer ist der Schaden."

Enge Zusammenarbeit im therapeutischen Team bei Früh-Reha
Neben der
modernen Medizintechnik und der ärztlichen Therapie sei der engagierte Einsatz
des therapeutischen Teams entscheidend. "Schlaganfallbehandlung ist immer eine
Teamleistung, bei der alle gemeinsam mit ihrer jeweiligen Fachkompetenz dazu
beitragen, die Folgen eines Schlaganfalls wie Lähmungen, Sprach- oder
Gleichgewichtsstörungen zu reduzieren oder ganz zu verhindern. Unsere
erfahrenen Krankengymnasten, Logopäden und Ergotherapeuten ebenso wie das
speziell ausgebildete Pflegepersonal beginnen daher so früh wie möglich mit
Rehabilitationsmaßnahmen. Mit gezielten Bewegungsübungen, Sprech- und
Gedächtnistraining helfen sie den Patienten, ihre Alltagsfähigkeiten
wiederzugewinnen." Außerdem informiert der Sozialdienst frühzeitig über die
Anschlussheilbehandlung. "Je nach Allgemeinzustand können wir die Patienten
direkt von der akutstationären Therapie in unsere Rehaklinik in Öhringen oder
eine andere Rehaklinik weiterleiten."
Patienten profitieren von intensivem Austausch zwischen Neurologen und Internisten
Zum Team im
Hohenloher Krankenhaus gehört auch die Neurologin Dr. Sabine Richter, die
täglich aus dem DIAK in Schwäbisch Hall zur interdisziplinären Visite der
neurologischen Patienten nach Öhringen kommt. Beide Krankenhäuser arbeiten bei
der Schlaganfallversorgung eng zusammen, eine enge Kooperation besteht auch mit
der Neurologie der Universitätsklinik Heidelberg, mit der das Krankenhaus
Öhringen telemedizinisch verbunden ist. "Der Vorteil der Schlaganfallversorgung
in Öhringen sind die kurzen Absprachewege zwischen den Ärzten, der Pflege und
den Therapeuten und das kleine hoch engagierte Team. Man kennt sich und die
Patienten werden hier individuell betreut. Gerade die oft älteren multimorbiden
Patienten profitieren besonders von dem engen Austausch zwischen Neurologen und
Internisten auf der Stroke Unit hier", beschreibt Dr. Richter das Besondere am Standort Öhringen.
Prüfer loben hohes Niveau der Versorgung
Dieser
positive Gesamteindruck wurde auch von den externen Prüfern im Auftrag der
"Arbeitsgemeinschaft Schlaganfallstationen Baden-Württemberg e.V." bei ihrem
Audit in Öhringen bestätigt. Sie lobten in ihrem Abschlussbericht das
"motivierte Team" im Hohenloher Krankenhaus: "Im Bereich der Pflege findet sich
eine hohe Anzahl an fachweitergebildeten Mitarbeitern. Die Infrastruktur zeigt
sich auf hohem Niveau", schreiben die beiden Auditoren in ihrem
Abschlussbericht. Insgesamt ist "die Schlaganfallversorgung sehr gut
organisiert und fachlich kompetent."


